Michael Wörle – Künstlerische Vision und Inspirationsquellen

"Meine Landschaftsbilder zeigen eine Natur ohne Menschen, meist sind es Wasserlandschaften, denn sie verstärken den Spiegelcharakter, der mich dabei interessiert." Meine intensivste Auseinandersetzung entsteht während des "Pleinair-Malens" Vorort.



Unsichtbares sichtbar machen.

Im Gespräch mit Michael Wörle


„Kunst macht Unsichtbares sichtbar“ – Was bedeutet dieser Satz für Dich?


Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit als Bildender Künstler erfahren, dass „Unsichtbares sichtbar zu machen“ zu meiner Lebensaufgabe gehört. Deshalb suche ich nach einem sinnlich erfahrbaren, bildnerischen Ausdruck für das, was mich innerlich bewegt. Ich materialisiere, was das „Ohr des Herzens“ erlauscht.


Ein Künstler lächelt, während er einen Pinsel vor mehreren Gemälden hält, die Menschen beim Schwimmen unter Wasser zeigen.


Wie kann Kunst das Unsichtbare sichtbar machen?


Nach meinem Erleben funktioniert das hauptsächlich über symbolhafte Bilder, Metaphern die der das Offensichtliche hinausreichen und naturgemäß ein Geheimnis unter der Ästhetik verbergen.
Es entstehen verschiedenste Schichten, die verschiedene Interpretationen zulassen.


Auf Deiner Homepage schreibst Du, die verletzliche Vitalität des Menschen sei das zentrale Thema Deiner Kunst. Wieso?

Die „verletzliche Vitalität“ ist immer noch im Fokus meiner Figuren-Kompositionen. Ich überbrücke den scheinbaren Gegensatz von Lebenskraft und Verletzlichkeit. Durch die malerische Auseinandersetzung, versuche ich diesen aufzulösen.

Wie äußert sich dieses Thema in Deinen Werken?

Indem ich Figuren darstelle, die sowohl kraftvoll als auch sensibel erscheinen. Auf diese Weise ist es mir möglich, den Schmerz als Lehrer bewusst greifbar zu machen.


Deine Bilder verbinden oft realistische Themen mit Irrealem. Was ist der Grund dafür?

Es liegt daran, dass ich mich viel in archetypischen Gedankenkmustern bewege, die eine Verbindung zwischen Rationalem und Mystik schaffen. Ein konkretes Beispiel: nach dem Erwachen, wenn Traumbilder präsent sind, ordnet mein Verstand diese ein und macht sie für meine Werke nutzbar.



Ein Künstler lächelt, während er einen Pinsel vor mehreren Gemälden hält, die Menschen beim Schwimmen unter Wasser zeigen.

WALL ART

Lüftl Malerei

In meiner oberbayrischen Heimat haben sich besonders viele Bilder dieser farbenfrohen Volkskunst erhalten. Mein Beitrag: 

Die Madonna mit Christus-Kind inspiriert von Michelangelo - zu sehen in Mittenwald.

Ein ovales Gemälde, das eine Frau in gelbem Schleier und blauen Gewändern zeigt, die ein kleines Kind im Arm hält.
Bunte Häuser im europäischen Stil mit Giebeldächern stehen in einer Reihe, im Vordergrund ist eine Statue zu sehen.
Zwei Männer in Freizeitkleidung schütteln sich im Freien vor einem weißen Gebäude mit Fenstern.
Eine Bleistiftskizze einer Frau, die ein Kleinkind hält, eingerahmt von einem geometrischen Oval und vertikalen Gitterlinien.

JUNI 2022

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG


Presse

Wie Faszination für die Natur einen künstlerisch berührenden Ausdruck annehmen kann, ist in der aktuellen Ausstellung der Germeringer Galerie Frey mit Bildern von Michael Wörle zu sehen.

Mit dem Rücken zum Betrachter steht eine junge Frau in einem blau-grün schimmernden Gewässer, bekleidet nur in Bikinihose. Mit leicht eingedrehter Schulter und einem seitlich abgewandten Blick schaut sie in die Ferne. Die Reflexion ihres Körpers auf dem Wasser zieht den Fokus auf sich. Der Körper verschmilzt mit den kraftvollen Farben des Gewässers. Ebenso weich gezeichnet sind ihre Gesichtszüge. Dies verleiht ihr eine Unnahbarkeit und Traumhaftigkeit, die mit der idyllischen Umgebung harmonieren.


Das Bild ist Teil der aktuellen Ausstellung "Wasserbilder" des Künstlers Michael Wörle. Zu sehen ist sie in der Galerie Frey in Germering


von Mona Philipp, Germerin


PLEINAIR MALEREI


Das Malen in der Natur. 

Die natürlichen Licht- und Schattenverhältnissen sowie die naturgegebenen Farben bilden das größte und schönste Atelier das man sich vorstellen kann. 

Eine Staffelei mit einem impressionistischen Landschaftsgemälde im Freien, mit Blick auf einen See, grasbewachsene Felder.

Die Pleinair-Malerei (frz. En plein air = im Freien), auch bekannt als Landschafts- oder Freilichtmalerei bezeichnet das Malen unter freiem Himmel. 

Im Gegensatz zur Ateliermalerei, sind im Freien die natürlichen Licht-, und Farbverhältnisse gegeben. 

Der Künstler hat somit die Möglichkeit, die besondere Atmosphäre einer Landschaft direkt vor Ort umzusetzen. So können Farbnuancen malerisch ausgearbeitet werden, die Referenzbilder, wie z.B. Fotos, niemals wiedergeben könnten.


Auf einem felsigen Flussufer vor einem Bergwald steht bei Sonnenuntergang eine Staffelei mit einem Landschaftsgemälde.

Für mich als Maler ist die Wahrnehmung einer Landschaft auch immer die Wahrnehmung der eigenen Seelenlandschaft - und das gilt ebenso für den Moment, in dem Menschen als Identifikationsfiguren des Betrachtenden die Bühne betreten und ins Bild rücken.


Bei den Figuren Kompositionen übertrage ich meine Erfahrungen und meine Auffassung aus der Pleinair-Malerei in die Atelier-Arbeit. 

Denn das erlaubt mir Spontanität und Pinsel-Duktus der Landschaftsmalerei in den Figuren-Darstellungen beizubehalten.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zeit. 

Der Sonnenstand verändert die Farb - und Lichtverhältnisse kontinuierlich. Das erfordert einen lockeren, beinahe skizzenhaften Farbauftrag um die Eindrücke des Moments festzuhalten. 

Das Malen unter freiem Himmel wird mit allen fünf Sinnen wahrgenommen: Farben, Geräusche, Temperatur, Gerüche werden Vorort erlebt und unmittelbar künstlerisch umgesetzt. Diese Impressionen, machen die Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk noch intensiver - genau das macht die Pleinair-Malerei für mich so spannend. 


Auf einem Strand steht eine Staffelei mit dem Bild eines malerischen Bergsees.

"Das Malen in der Natur. Die natürlichen Licht- und Schattenverhältnissen sowie die naturgegebenen Farben bilden das größte und schönste Atelier das man sich vorstellen kann." 

Impressionistisches Gemälde von Herbstbäumen im Vordergrund vor dem Hintergrund violett getönter, schneebedeckter Berge.

Die Figuren gehen in meiner Malerei eine Symbiose mit ihrer Umgebung ein. Sie werden entweder von der Wasseroberfläche reflektiert oder befinden sich inmitten des Wassers bzw. unter Wasser. 


Dabei fasziniert mich die optische Auflösung der Körperformen und -farben durch die Spiegelung des Wassers - sozusagen ein natürliches Abstraktionselement als Stilmittel.


Der Prozess des Malens ist für mich ein intensives Erlebnis, eine Art von Einswerdung mit den mich umgebenden Farben, Motiven & Formen.

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